| Diplom Nebenthema 2007 | ||||||||||||||
On Demand Cooperation
Wie trete ich eigentlich in Kontakt mit einem potenziellen Hersteller? Diese Frage hat sich wahrscheinlich jeder Designer, der einen seiner Entwürfe umsetzen möchte, schon einmal gestellt. Die nahe liegende Antwort wäre sicherlich anrufen, schreiben oder direkt vorsprechen. Doch gerade bei der Auswahl des geeigneten Herstellers und dessen Bereitschaft in der Produktentwicklung zu kooperieren, stößt der Designer bereits auf die erste große Hürde in der Vermarktung seiner Ideen. Beeinflusst durch aktuelle Kommunikationsmöglichkeiten durch das Internet haben sich neue Kooperationsweisen etabliert. Was sich etwa im Bereich von kooperativ gestalteten Projekten wie Wikipedia und der Opensource Gemeinschaft etabliert hat, weckt als Form der Zusammenarbeit auch bei den Designern Begehrlichkeiten. Im Kontext der Produktion von realen Gütern und den damit einhergehenden ökonomischen und technischen Parallel zu diesen neuen Möglichkeiten hat sich eine Reihe von Plattformen entwickelt, die, wenn auch nicht gleich als kollaborative Plattformen, so doch als Schnittstelle einer Designentwicklung von unten begriffen werden können. Vornehmliches Ziel dieser Plattformen ist es, Designer und Hersteller in einem gemeinsamen Forum zusammenzubringen. Im Rahmen der Arbeit wurden diese Ansätze überprüft und anhand zweier exemplarischer Plattformen kritisch diskutiert. Zentrales Anliegen der Arbeit war es, die Modelle vor dem Hintergrund der Anforderungen realer Produktentwicklungen zu diskutieren, um Probleme aufzudecken und neue Möglichkeiten zu formulieren. Zu diesem Zweck beginnt die Arbeit mit der Betrachtung klassischer Formen der Produktentwicklung und thematisiert damit verbundene Probleme wie mangelnde Kundennähe, Innovationshürden und mangelnde Integration/ Kommunikation mit dem Designer. Anschließend folgt ein kurzer Verweis auf rechtliche und schutzrechtliche Problematiken, die insbesondere für den Designer relevant sind. Um Informationen zu bekommen, für die sich in der Literatur keine eindeutigen Aussagen finden ließen, wurden verschiedene kleine und mittelständische Unternehmen zum Thema Kommunikation zwischen Designer und Hersteller und deren Ablauf befragt. Der zweite Teil skizziert die ökonomischen und technischen Rahmenbedingungen verschiedener Produktklassen und begrenzt im Rahmen der Arbeit den Fokus auf das schnelllebige Segment von Lifestyle Produkten. Diese Eingrenzung findet bewusst unter dem Aspekt aktueller technologischer Rahmenbedingungen statt, die eine „einfache“ Kooperation und Vermarktung kleiner Serien ermöglicht. Im dritten Teil der Arbeit folgt dann die kritische Analyse, indem die zwei Entwurfsplattformen „Architonik“ und „Designmix“ untersucht werden. Diese werden nach den Maßgaben der vorangegangenen Kriterien diskutiert und auf ihren Nutzen für Designer und Hersteller hin untersucht. Die Erkenntnis dieser beiden Präzedenzfälle führen letztendlich zur Formulierung eines Ausblicks, der zu neuen Formen der Interaktion führt. Dabei soll dargestellt werden wie, insbesondere durch die Einbindung des Herstellers, ein neues und innovatives Betätigungsfeld für Designer entstehen kann, welches Herstellern die Verwirklichung neuester Trends ermöglicht.
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